Zuletzt aktualisiert: 5. August 2020

Kaffee ist ein anregendes und aufregendes Getränk. Kaffeegenuss wird weltweit zelebriert und hat eine eigene Philosophie hervorgebracht. Kaffee ist neben diversen Teesorten das beliebteste Heißgetränk der Deutschen.

Besonders zum Frühstück oder im Büroalltag ist Kaffee nicht wegzudenken. Er ist Muntermacher, Seelentröster und Pausengetränk. In über 50 Ländern der Erde wird Kaffee gezielt angebaut. Die jährliche Weltproduktion liegt bei mehr als acht Millionen Tonnen.

Die Wirkung von Kaffee wird maßgeblich vom enthaltenen Koffein bestimmt. Doch auch hierbei gibt es Unterschiede. Welche Bedeutung dem Koffein im Kaffee zukommt und wie viel Koffein eigentlich gesund ist, erfährst du im Folgenden.

Seit wann ist Kaffee als Getränk bekannt?

Werfen wir einen Blick in die Geschichtsbücher, entpuppt sich Kaffee als vergleichsweise junges Getränk. Die ersten Kaffeesträucher wuchsen vermutlich im 15. Jahrhundert im heutigen Äthiopien.

Im Gegensatz zu Bier oder Wein ist Kaffee erst seit kurzer Zeit in unseren Breiten bekannt. (Bildquelle: pixabay.com / Young_n)

Die Geschichte von Wein und Bier reicht dagegen bis in vorchristliche Zeit zurück. Kaffee als Getränk wurde im 8. Jahrhundert entdeckt. Als die ersten Europäer auf den Geschmack des Kaffees kamen, schrieb man das 15. Jahrhundert.

Die Sklavenhändler brachten die Bohnen aus den Kolonien in Ostafrika mit.

Damals wurde der Kaffee nicht als Genussmittel verwendet, sondern diente als Arznei, die bei Kreislaufschwäche verabreicht wurde.

Venedig wurde Mitte des 17. Jahrhunderts zum ersten europäischen Kaffee-Stützpunkt. Hier eröffnete auch das erste Kaffeehaus. In der arabischen Welt breitete sich der Kaffeekonsum rasant aus und auch in Europa sprach man beim Kaffeegenuss vom „Türkentrank“.

Seit wann ist die anregende Wirkung von Kaffee bekannt?

Die auf den Koffeingehalt zurückzuführende anregende Wirkung des Kaffees machten sich zuerst die Mönche in den mittelalterlichen Klöstern zunutze. Es wurde vermehrt zum Kaffeebecher gegriffen, wenn Gebete und Meditationsübungen anstanden, welche die Mönche möglichst in einem wachen und aufnahmefähigen Zustand erleben wollten.

Die anregende Wirkung des Kaffees wurde auch von den Industriellen der damaligen Zeit zunehmend geschätzt. Damit entwickelte sich der Kaffee zu einem Lieblingsgetränk in den Kontoren und Büros.

Auch in England wurde Mitte des 17. Jahrhunderts der Kaffeegenuss zelebriert. So besaß jede gesellschaftliche Gruppe des Volkes der Teetrinker ein eigenes Kaffeehaus. Als die Türken 1683 den Balkan eroberten und vor Wien geschlagen wurden, trat der mitgeführte Kaffee seinen Siegeszug auch in Mitteleuropa an.

Was ist Koffein eigentlich?

Koffein zählt zu den Alkaloiden und ist ein natürlicher Stoff, welcher durch die Photosynthese entsteht. Der bekannteste Bestandteil der Kaffeebohne ist wissenschaftlich betrachtet eine stickstoffhaltige Verbindung.

Zu den Alkaloiden zählen auch Opiate und Nikotin. Alkaloide üben bestimmte Wirkungen auf den Organismus von Lebewesen aus. Koffein kommt neben der Kaffeebohne auch in Teeblättern und in der Kakaobohne vor.

Welche Kaffeearten gibt es und wie unterscheidet sich deren Koffeingehalt?

Von Bedeutung für den weltweiten Kaffeehandel sind lediglich zwei Kaffeearten. Etwa 80 Prozent der weltweiten Kaffeeernte entfallen auf Arabica-Kaffee. Von Robusta-Kaffee werden etwa vier Milliarden Pflanzen angebaut. Die Kaffeesorte Coffea liberica kommt weitaus weniger vor und ist für den internationalen Kaffeehandel nicht von Belang.

Der Robusta-Kaffee besitzt kleinere Bohnen mit einer eher rundlichen Form. Der Kaffee schmeckt herb und leicht bitterlich. Der Koffeingehalt ist höher als bei den Arabica-Bohnen. Diese gelten mit ihrer leichten Säure und dem milden Geschmack allgemein als Spitzenkaffee.

In sortenreinen Arabica Bohnen sind 0,8 bis 1,4 Prozent Koffein enthalten. Robusta Bohnen können zwischen zwei und vier Prozent Koffein enthalten. Eine Tasse Arabica Kaffee entspricht etwa 80 Milligramm Koffein.

Der stärkere Robusta Kaffee wird meist nicht pur getrunken. Robusta Bohnen sind besonders beliebt für Espresso. Espresso besitzt übrigens weniger Koffein als gedacht. In den kleinen Tassen sind nur etwa 25 Milligramm davon versteckt.

Was beeinflusst den Koffeingehalt von Kaffee?

Wie bereits erwähnt, besitzen die Kaffeebohnen einen unterschiedlichen Koffeingehalt. Darüber hinaus beeinflussen noch weitere Faktoren, die Menge an Koffein, die letztlich in deiner Tasse landet:

  • Mahlgrad des Kaffees
  • Röstung des Kaffees
  • Ziehzeit des Kaffees
  • Tassengröße
  • Zubereitung des Kaffees

Ist der Kaffee dunkel geröstet, wird das Koffein stärker freigesetzt. In einem Filterkaffee, den du von Hand aufbrühst, ist der Koffeinanteil meist höher, als bei in der Kaffeemaschine aufgebrühtem Kaffee.

Gemahlener Kaffee

Der Koffeingehalt im Kaffee wird unter anderem durch den Mahlgrad der Kaffeebohnen beeinflusst. (Bildquelle: pixabay.com / eliasfalla)

Folgende Übersicht zeigt den Koffeingehalt unterschiedlicher Kaffeearten in Verbindung mit der empfohlenen Tagesdosis.

Kaffeesorte Koffeingehalt in mg/100 ml empfohlene tägliche Verzehrmenge in % je Portion
Espresso 133 8,3
Filterkaffee 55 20,6
Milchkaffee 50 16,6
Instantkaffee 39 14,6
Cappuccino 30 12
Latte Macchiato 30 12
Entkoffeinierter Kaffee 20,75

Je länger die Ziehzeit, umso mehr Koffein kann freigesetzt werden. Je heißer der Kaffee ist, umso mehr Koffein kann in der Flüssigkeit gebunden werden.

Was geschieht bei entkoffeiniertem Kaffee mit dem Koffein?

Koffein wird zwar allseits als Muntermacher geschätzt, es gibt aber auch Menschen, die auf Koffein empfindlich oder sogar allergisch reagieren. Die Folge sind Verdauungsprobleme oder Herzbeschwerden. Wer dennoch nicht auf die braunen Bohnen verzichten will, greift zu entkoffeiniertem Kaffee.

Die Geschichte des entkoffeinierten Kaffees ist mehr als 100 Jahre alt. Dem Kaffee wird das Koffein entzogen, indem die Bohnen mit Wasserdampf behandelt werden. Die Koffeinsalze werden durch die hohe Feuchtigkeit gespalten, treten aus und verflüchtigen sich an der Oberfläche.

Mithilfe von Lösungsmitteln wird das Koffein entfernt. Anschließend werden die Bohnen getrocknet und normal weiterverarbeitet. Ein natürliches Verfahren zur Entkoffeinierung wurde im Jahre 1973 vom Max-Planck-Institut entwickelt.

Das Aroma-Schon-Verfahren vollzieht sich in folgenden Schritten:

  • Rohe Kaffeebohnen werden in eine Befeuchtungsanlage gegeben.
  • Die Bohnen werden mit natürlicher Kohlensäure unter Druck zusammengebracht.
  • Kohlensäure löst das Koffein.
  • Koffein wird in ein Filtersystem geleitet.
  • Bohnen werden getrocknet und geröstet.

Entkoffeinierter Kaffee ist in Form von ganzen Bohnen, gemahlenen Bohnen oder auch als Instant-Kaffee auf dem Markt.

Macht der Koffeingehalt im Kaffee abhängig?

Wer dauerhaft Kaffee in hohen Dosen konsumiert, kann in eine Art Abhängigkeit geraten. Haben sich die Gehirnzellen auf den dauerhaften Koffeinkonsum eingestellt, bleibt die positive Wirkung aus und der Körper verlangt nach mehr Koffein.

Wird Koffein jedoch in vernünftigen Dosen genossen, kann dies eine positive Wirkung auf Gesundheit und Leistungspotential besitzen. Wir werden noch genauer darauf eingehen.

Was passiert, wenn Kaffee zur Sucht wird?

Bei einer Koffeinsucht gewöhnt sich der Körper an die Droge und verlangt mehr davon. Es kann durchaus passieren, dass du am Morgen ohne starken Kaffee nicht in den Tag starten kannst.

Hast du vielleicht anfangs nur eine Tasse Kaffee benötigt, um dich munter und fit zu fühlen, können bei einer Koffeinabhängigkeit durchaus drei bis vier Tassen daraus werden.

Eine Koffeinsucht ist jedoch in den meisten Fällen weit weniger problematisch, als es vielleicht klingen mag.

Was ist unter einem Koffeinentzug zu verstehen?

Nimmst du mehr und mehr Koffein zu dir, ohne die gewohnte Wirkung zu verspüren, ist es an der Zeit, über einen Entzug nachzudenken. Hierfür wirst du in der Regel keinen Arzt benötigen, sondern lediglich einen starken Willen.

Stellst du fest, dass Kaffee bei dir keine große Wirkung mehr erzielt, kannst du über einen Koffeinentzug nachdenken. (Bildquelle: pixabay.com / pixel2013)

Der Koffeinentzug führt in den ersten Tagen zu Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder leichten Verstimmungen und Depressionen. Nach etwa einer Woche dürfte der Entzug geschafft sein.

Nun kannst du wieder beginnen, Kaffee in geringen Dosen zu konsumieren. Die gewohnte Wirkung wird sich nun wieder bereits nach dem Konsum von ein oder zwei Tassen Kaffee einstellen. Um nicht in alte Muster zu verfallen, sollte versucht werden, einige Tage der Woche ohne Kaffee auszukommen. Wer zum Beispiel im Büro nicht darauf verzichten kann, nutzt das Wochenende für eine Koffein-Auszeit.

Welcher Kaffee besitzt einen niedrigen Koffeingehalt?

Es gibt, wie bereits erwähnt, Unterschiede im Koffeingehalt zwischen Robusta und Arabica Kaffee. Doch auch das Herkunftsland ist entscheidend. Möchtest du auf einen Kaffee mit einem möglichst niedrigen Koffeingehalt zurückgreifen, bietet sich Arabica Kaffee aus Mittel- oder Südamerika an.

Auch Arabica Bohnen aus der Karibik oder Australien besitzen einen niedrigen Koffeingehalt und sind damit eine Alternative zu koffeinfreiem Kaffee.

Bei der Frage, wie viel Koffein eigentlich gesund ist, gewinnen die Zahlen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit an Bedeutung. Die Einzeldosis wird mit 200 Milligramm angegeben. Pro Tag gelten 400 Milligramm Koffein für eine gesunde Person, welche keine Koffeinunverträglichkeit besitzt, als unbedenklich.

Ist der Koffeingehalt in Kaffee wirklich gesund?

Hochgerechnet auf die eben erwähnte tägliche Höchstmenge an Koffein kannst du pro Tag vier bis fünf Tassen Kaffee trinken, ohne dir Gedanken machen zu müssen. Willst du die individuelle Dosis für dich herausfinden, dann multipliziere einfach dein Körpergewicht mal sechs.

Körpergewicht in kg Täglich empfohlene Koffeinmenge in mg
50 300
60 360
65 390
70 420
80 480

Die gesundheitsfördernde Wirkung von Kaffee ist in Studien nachgewiesen worden. Wird der Kaffee im empfohlenen Rahmen genossen, kann er der Gesundheit durchaus dienlich sein.

Koffein besitzt eine Reihe positiver Eigenschaften:

  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit
  • Verbesserung der Ausdauer
  • Verbesserung des Kurzzeitgedächtnisses
  • Anregung des zentralen Nervensystems
  • Aktivierung der Muskeltätigkeit

Wer regelmäßig Kaffee trinkt, besitzt ein um die Hälfte niedrigeres Risiko, an Diabetes Typ II zu erkranken. Positive Wirkungen sind auch im Hinblick auf Alzheimer und Parkinson nachgewiesen werden.

Macht der Koffeingehalt in Kaffee leistungsfähiger?

Koffein kann dich beim Lernen unterstützen. Es gelingt dir, am Morgen die Müdigkeit besser abzuschütteln und motivierter in den Tag zu starten. Koffein nimmt einen positiven Einfluss auf die Aufmerksamkeit und die Konzentration bei Tests und Prüfungen.

Kaffeebohnen

Kaffee ist durchaus dazu in der Lage, dich in deiner Leistungsfähigkeit und Konzentration zu unterstützen. (Bildquelle: pixabay,com / Couleur)

Stehen besondere Lernphasen an, kann es von Vorteil sein, denn Kaffeekonsum zunächst über mindestens eine Woche einzustellen und einige Tage vor der jeweiligen Herausforderung wieder mit dem Kaffeetrinken zu beginnen.

Es tritt der beim Koffeinentzug beschriebene Effekt ein und bereits in geringen Dosen kannst du von der Koffeinwirkung profitieren.

Kann ich als Sportler vom Koffeingehalt im Kaffee profitieren?

Koffein fand sich bis zum Jahre 2004 auf der Anti-Doping-Liste. Konnten mehr als zwölf Milligramm Koffein pro Liter Urin festgestellt werden, galt der Dopingtest als positiv.

Hierfür hätte man jedoch etwa ein Gramm Koffein einnehmen müssen. Dies liegt weit über den empfohlenen Dosen, welche wir bereits besprochen haben und die du dir leicht selbst ausrechnen kannst.

Koffein in Maßen ist in der Lage, die Motivation zu steigern. Auch der sportliche Ehrgeiz wird angekurbelt. Es ist nicht auszuschließen, dass sich durch den Koffeinkonsum die Leistungen besonders bei Ausdauersportlern verbessern.

Wenn du Koffein gezielt zu dir nehmen willst, sollte im Vorfeld von einem Arzt abgeklärt werden, welche Auswirkungen Koffein bei sportlicher Belastung auf deinen Körper ausübt. Gegen die gelegentliche Tasse Kaffee vor Training oder Wettkampf spricht jedoch nichts.

Kann der Koffeingehalt im Kaffee beim Abnehmen helfen?

Koffein ist auch für Abnehmwillige nicht uninteressant. Der Koffeinkonsum kostet den Körper Energie. Die Atmung wird schneller, der Herzschlag beschleunigt sich und die Körpertemperatur steigt an.

Fest steht, Koffein verbrennt Kalorien. Dieser Effekt wird jedoch wieder außer Kraft gesetzt, wenn anstatt auf Kaffee auf kalorienreiche Energy-Drinks oder Cola zurückgegriffen wird.

Auch Light-Produkte unterstützen den Abnehmeffekt von Koffein nicht. Künstliche Süßstoffe können das Hungergefühl verstärken. Koffein im Kaffee dagegen kann den Fettabbau fördern. Am besten funktioniert dies, wenn du nicht nur weniger isst, sondern dich auch regelmäßig bewegst.

Kann Kindern der Koffeingehalt im Kaffee schaden?

Die Antwort auf diese Frage ist vielleicht für viele Eltern überraschend. Der European Food Information Council kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder Koffein ebenso gut vertragen können, wie Erwachsene, natürlich in entsprechend niedrigeren Dosen.

Der Körper eines Kindes kann Koffein gut verarbeiten. Dies ist übrigens auch notwendig, wenn Kinder keinen koffeinhaltigen Kaffee trinken, denn an Cola kommt kaum ein Kind vorbei und selbst in einer Tafel Vollmilchschokolade sind 20 Milligramm Koffein enthalten.

Beim täglich empfohlenen Konsum gilt die bereits genannte Faustregel, einfach das Körpergewicht mit 6 multiplizieren.

Wann ist Koffein im Kaffee ungesund?

Wer bereits unter einer Grunderkrankung leidet, kann durch einen erhöhten Kaffeekonsum durchaus gesundheitliche Probleme bekommen. Wenn du schwanger bist und dein Baby stillst, sollte Koffein tabu sein.

In einer Studie wurde festgestellt, dass sich Kaffee negativ auf den Cholesterinspiegel auswirken kann. Bei 9.000 Testpersonen fiel auf, dass die Kaffeetrinker unter ihnen deutlich höherer Cholesterinwerte aufwiesen. Eine Folgestudie ließ erkennen, dass Koffein hierfür nicht die Schuld trifft, sondern sich das Aufbrühen und Wieder-Aufbrühen des Kaffees als ursächlich erwies.

Wer unter Reizdarm leidet, sollte versuchen, ob ihm koffeinfreier Kaffee besser bekommt. Neben dem Koffein können auch die in den Kaffeebohnen vorkommenden Harze die Probleme auslösen.

Wenn du häufig mit Krämpfen während der Menstruation zu tun hast, verzichte für einige Tage auf Kaffee. Koffein kann dazu beitragen, dass sich das Unwohlsein während der Periode verstärkt.

Eine wirksame Methode gegen Orangenhaut ist der Verzicht auf Kaffee und Nikotin. Die enthaltenen Substanzen führen zur Verengung der Blutgefäße, was Cellulite verschlimmern kann.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.rtl.de/cms/koffein-wirkung-das-passiert-im-koerper-wenn-sie-kaffee-oder-cola-trinken-4114070.html

[2] https://www.brainperform.de/koffeingehalt-kaffee/

[3] https://www.kaffee-partner.de/de/magazin/lesen/koffein-so-wirkt-es-auf-unseren-koerper.html

Bildquelle: pixabay.com / fancycrave1

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